Ulla Schmidt hatte die über 60 Anwesenden schnell überzeugt: die von Schwarz-Gelb in Berlin geplante Kopfpauschale ist unsozial, unsolidarisch und bedroht unser Gesundheitssystem.
Die frühere Bundesgesundheitsministerin war auf Einladung von Nicole Niederdellmann-Siemes, SPD-Landtagskandidatin für den heimischen Wahlkreis (Kaarst, Korschenbroich, Jüchen und Meerbusch), ins Bürgerhaus nach Kaarst gekommen. Niederdellmann-Siemes konnte auch den Neusser SPD-Landtagskandidaten Dr. Fritz Behrens MdL sowie die Kaarster SPD-Spitze begrüßen. Sie nutzte die Gelegenheit, auf die Bedeutung der anstehenden Landtagswahl auch über NRW hinaus hinzuweisen. „Wir stehen vor einer Richtungswahl. Ich setze mich mit meiner Partei für eine sichere, bezahlbare und solidarische Gesundheitsversorgung ein. Mit einer Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werden wir dafür einstehen und über den Bundesrat die Kopfpauschale verhindern!“, zeigt sich die Meerbuscherin kämpferisch.
Ulla Schmidt, Ehrengast des Abends, hielt es für einen Treppenwitz der Geschichte, dass gerade in der Zeit, in der in Amerika ein Großteil der Bürger endlich in den Genuss eines solidarischen Gesundheitssystems kommt, gleichzeitig in Deutschland die Rolle rückwärts vollzogen werden soll. Profiteure seien lediglich die Gutverdiener, die vielen Normal- oder Niedrigverdiener hingegen müssten sich auf zusätzliche Belastungen bzw. eine stark reduzierte Gesundheitsversorgung einstellen: „Wie soll denn eine junge Familie mit zwei Kindern neben allen Belastungen auch noch Zusatzversicherungen zur so genannten Grundversorgung leisten?“ Schmidt und Niederdellmann-Siemes waren sich einig: „Die Menschen müssen in Würde leben und die Leistungen der Daseinsvorsorge in Anspruch nehmen können. Es kann nicht sein, dass Menschen in unserem Land durch diese katastrophale Bundesregierung zu Bittstellern degradiert werden!“ Viele Bürger nutzten nach dem Vortrag der Bundestagsabgeordneten Ulla Schmidt die Gelegenheit zur Diskussion. Neben der Ärzteversorgung im ländlichen Raum und der elektronischen Gesundheitskarte interessierten sich die Kaarster besonders für die Beteiligung der Pharmaindustrie an den Gesundheitskosten.
